Ratgeber für den Kauf eines 3D-Druckers

Mittlerweile ist das Angebot an 3D-Druckern vielfältig und für jeden Geldbeutel gibt es mittlerweile ein Gerät. Damit der erworbene 3D-Drucker den eigenen Erwartungen und nicht nur dem Budget gerecht wird, haben wir hier einige Tipps für den Kauf.

Grundlegende Fragen

Die wichtigste Frage vor dem Kauf eines 3D-Druckers ist sicherlich die wofür man solch ein Gerät übehaupt benutzen will. Die Möglichkeiten sind ja mittlerweile sehr vielfältg, jedoch kann kein Gerät alle Anwendungsfälle optimal bedienen. Das erreichen nur die wirklich hochpreisigen 3D-Drucker im mehrstelligen Tausend-Euro-Bereich.

Was will ich eigentlich drucken?

Benötige ich hauptsächlich nur im privaten Gebiet ab und an mal ein selbstgedrucktes Modell? Dann sind die Anforderungen an Qualität, Geschwindigkeit & Vielfältigkeit eher gering. Meist reicht dann schon ein 3D-Drucker der nur wenige Verbrauchsmaterialien wie z. B. ABS & PLA in nur einer Fadenstärke verarbeiten kann. Die meist bis zu einem Preis von 1.000 € erhältlichen 3D-Drucker bieten auch nur einen Extruder. Damit fällt auch die Verwendung von Stützmaterial wie PVA oder auch das gleichzeitige Drucken mit 2 Farben weg.

Benötige ich den 3D-Drucker jedoch für kommerzielle Zwecke wie z. B. Prototypen-Modellbau, das Anbieten von Drucken in Form einer Dienstleistung oder für industrielle Kleinteilfertigung, habe ich schon ganz andere Anforderungen. Meist spielen hier Geschwindigkeit und Druckqualität die primären Faktoren. Bei komplex gestalteten Modellen ist der Einsatz von Stützmaterial meist obligatorisch. Dafür brauche ich dann einen 3D-Drucker mit Dual-Extruder. Dazu kommt dass es (noch) nicht das „eierlegende Wollmilchsau“-Filament gibt. Jedes Filamant hat so seine Stärken und Schwächen (siehe Lexikon). Gut wenn man der 3D-Drucker mehrere Filamentarten wie PLA, ABS, PVA, HIPS, usw. problemlos verarbeiten kann. Herstellerabhängige Filamentsorten sollten aufgrund der dadurch entstehenden wettbewerbfreien Preisgestaltung vermieden werden. Die Qualität kann hierbei zwar um Nuancen besser sein aber ich bin eben auch abhängig vom Sortiment und den Preisen meines Herstellers.

Prinzipiell kann man sagen dass die Größe des Druckraums parallel zum Verkaufspreis mitwächst. Die meisten bezahlbaren 3D-Drucker bieten einen Druckraum bis zu 20 x 15 x 15 cm an. Für professionelle Ausdrucke ist dies meist zu gering.

Welche Standards sind zu beachten?

So gut wie jeder 3D-Drucker kommt mit STL-Dateien klar. Plattformen wie thingiverse (und auch wir hier bald) bieten tausende von Vorlagen zum Download in Form von STL-Dateien an. Ebenfalls weit verbeitet sind OBJ-Dateien. Microsoft entwickelte ein eigenes Format namens 3MF welches zukünftig sicherlich auf Windows-Rechnern mehr und mehr Verbreitung finden wird. Ebenso ist die Anbindung des Druckers an den jeweiligen Client zu beachten. Kann er von verbreiteten Betriebssystemen wie Windows 7 & 8 sowie MacOs und Linux bedient werden? Manche 3D-Drucker bieten keine direkte Verbindung vom PC an. Hier „muss“ dann die Vorlagendatei per SD-Karte oder USB-Stick auf den Drucker kommen. Komfortabel ist die Anbindung per WLAN.

Do-it-Yourself oder Auspacken & los?

Je nach Budget und Talent bietet sich für den ambitionierten Bastler Sparmöglichkeiten durch Bausätze. Man bekommt die Einzelteile samt Aufbauanleitung und ist dann meist ein paar Stunden beschäftigt. Vorteil: Man lernt den 3D-Drucker von Grund auf bis ins Detail. Nachteil: Es kann auch mal was schief gehen. Die meisten Hersteller bieten aber Online-Support und Aufbauvideos an. Zudem gibt es zu Bausatz-Druckern häufig eine bestehende Community für den Austausch untereinander. Diese Communities sind auch später für Tipps, Ausbauten & Zubehör hilfreich. (Google hilft wie immer bei der Suche)

Weniger ambitionierte Bastler können sich die Bausatz-Systeme auch vom Hersteller aufbauen lassen. Hier ist jedoch meist mit erheblichen Mehrkosten zu rechnen.

Hochpreisigere Geräte sind meist nur als Komplettgeräte verfügbar. Aus Sicht der Hersteller mit Blick auf Garantiefragen & Druckqualität ist dies sicherlich verständlich.

Erweiterbarkeit

Immer mehr Hersteller bieten für Ihre und für Fremdgeräte Erweiterungen an. Meist handelt es sich dabei um verbesserte Extruder.

Empfehlungen

3D-Drucker mit Dual-Extrudern

Für mehrfarbige Ausdrucke und zur Verwendung mit Stützmaterial.

  • Leapfrog Creatr
  • Flashforge Creator
  • Builder Dual Extruder
  • Ultimaker Original mit Dual Extrusion Pack

3D-Drucker mit großem Druckraum

Wer größere 3D-Objekte an einem Stück erstellen möchte, braucht Platz.

  • Leapfrog Creatr
  • Conrad Renkforce RF1000
  • Ultimaker 2

3D-Drucker ohne benötigten PC

Diese 3D-Drucker kommen ohne PC aus. Die Daten kommen per SD-Karte oder USB-Stick in den Drucker.

  • Makerbot Replicator 2
  • Conrad Renkforce RF1000
  • Ultimaker Orginal & Ultimaker 2